Vor deinem Tattootermin:
Um mögliche individuelle Risiken rechtzeitig erkennen und einschätzen zu können, bitten wir dich ausdrücklich, deinen Artist frühzeitig vor deinem Termin zu informieren, sollte eine der folgenden Gegebenheiten, Krankheiten oder Einschränkungen auf dich zutreffen.
Lass dich von dieser recht langen Liste nicht abschrecken, wir geben lediglich unser Bestes uns und dich so gut wie möglich auf deinen Tattootermin vorzubereiten.
Zögere nicht, uns zu Fragen, sollte dir etwas unklar sein :)
Ich habe nach meinem Termin eine Reise geplant
Bei Reisen vor dem Tätowieren gilt zu beachten, dass Tattoos nicht auf sonnengeröteter Haut aufgebracht werden sollten.
Bei Reisen nach dem Tätowieren sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Schwimmen, Baden, Sauna die ersten 2-4 Wochen und intensives Sonnenbaden und Solarium die ersten 2-3 Monate tabu sind. Diese Zeiten hängen u.A. von der Größe deines Tattoos ab, lass dich also von deinem Artist im Speziellen beraten.
Ich hatte in letzter Zeit OPs bzw. es sind welche geplant
Mit einer Tätowierung verlangst Du Deinem Körper einiges ab, zum einen durch die Schmerzen beim Tätowieren, zum anderen durch die Abheilphase. Daher solltest Du für Dein Tattoo in guter körperlicher Verfassung sein.
Nach einer OP sollte man mit dem Tattoo daher immer so lange warten, bis die Genesung von der OP vollständig abgeschlossen ist. Lass dich hier ggf. von eurem behandelnden Arzt beraten.
Vor einer OP sollten zwischen dem Tattootermin und OP mindestens 4 Wochen liegen, damit du auch für die OP wieder in bester körperlicher Verfassung bist. Zudem musst du dir hier im Klaren sein, dass es auch bei allen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen vor allem während der Nachpflege zu Komplikationen und Entzündungen kommen kann. Dies gefährdet dann womöglich euren OP-Termin.
Ich treibe regelmäßig Sport
Welchen Sport? - Beachte hierzu bitte die Hinweise unserer Pflegeanleitung, welche du auf unserer Webseite findest.
Ich bin bei der Arbeit häufig Dreck, Staub, Feuchtigkeit ausgesetzt und/oder arbeite körperlich schwer
Je nachdem, könnte es nötig sein, dass du dir nach deinem Tattootermin Urlaub nimmst. Beachte hierzu bitte ebenfalls die Hinweise unserer Pflegeanleitung.
Es besteht eine Bluterkrankung oder erhöhte Blutungsneigung
(Hier sollte vor einem Termin unbedingt der behandelnde Arzt konsultiert werden. Ggf. kann dieser Dir für die Sitzung Medikamente zur Erhöhung Deines Gerinnungsfaktors verschreiben. Außerdem solltest Du Deinen Artist bereits bei der Terminvereinbarung darüber informieren, denn nicht jeder kann und möchte in diesem Fall ein Tattoo stechen.)
Es besteht eine Hauterkrankung (Neurodermitis, Schuppenflechte etc.)
(Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte besteht u.U. ein erhöhtes Allergie-Risiko. Ärzte raten hier im Vorfeld zu Allergietests speziell auf die verwendeten Materialien (z.B. Tattoo-Farben). Die Zuverlässigkeit solcher Tests ist allerdings nicht garantiert. Wissen solltet ihr jedoch, dass z.B. Schuppenflechte durch mechanische Reize (wie eben das Tätowieren) ausgelöst werden kann. Und bei akuten Schüben der Hautkrankheit solltet ihr euch besser nicht tätowieren oder piercen lassen.
Ansonsten berichten Betroffene jedoch immer wieder davon, dass sich ihre Hautkrankheit, zumindest an den tätowierten Stellen, deutlich gebessert hat. Mögliche Ursachen hierfür sind: eine intensivere Hautpflege, sowie veränderte Körperwahrnehmung.
Grundsätzlich ist es immer ratsam, sich bei stärkeren Fällen von Hauterkrankungen oder wenn Du Dir unsicher bist, von einem Facharzt beraten zu lassen.)
Ich leide an Sarkoidose
(Bei einer bekannten Neigung zu Sarkoidose sollte vor einem Tattoo-/Piercing-Termin der behandelnde Arzt konsultiert werden.
Tritt bei verheilten Tattoos ein sog. 3D-Effekt auf (scharf begrenzte Erhebungen der tätowierten Stellen) UND kommt es zu weiteren unerklärlichen Symptomen (Entzündungen an anderen Körperstellen, verschwommenes Sehen, Atembeschwerden etc.), dann kann dies ein Hinweis auf Sarkoidose sein. Auch dann ist ein entsprechender Facharzt zu konsultieren.)
Ich leide an Diabetes
(Bei Diabetes kann es auch bei Einhaltung aller Hygienestandards zu Komplikationen in der Wundheilung kommen. Deshalb ist es sehr wichtig, die Blutzuckerwerte besonders während der Heilungsphase im Blick und möglichst im Zielbereich zu halten.
Du solltest auch deinen Artist darüber informieren, dass Du Diabetes hast und was er/sie im Notfall tun kann. Behalte Deinen BZ-Wert während des Termins im Auge. Und natürlich kein Alkohol am Tag vor dem Termin.
Bei der Planung eines Tattoos solltest Du Dir zudem überlegen, ob Du genügend freie Stellen für Sensor, Katheter und Pen lässt.)
Es bestehen Autoimmunerkrankungen
(Beim Tätowieren wird die Haut über die gesamte Fläche des Motivs verletzt. Bei gestörtem Immunsystem kann es zu Komplikationen während des Heilprozesses kommen.
Daher solltest du bei Autoimmunerkrankungen, geschwächtem Immunsystem oder bekannten Wundheilstörungen, sowie der Einnahmen von Immunsuppressiva (z.B. nach Organtransplantationen), vor einem Tattoo unbedingt deinen behandelnden Arzt konsultieren.)
Ich bin Asthmatiker
(Asthma ist oft eine Begleiterscheinung von Allergien. In diesem Fall beachte bitte unsere Hinweise zum Thema „Allergien“.
Zudem kann Stress ein Auslöser von Asthma-Anfällen sein. Da das Tätowieren & Piercen mit Schmerzen verbunden ist, solltest Du Dir über dieses Risiko im Klaren sein und entsprechende Vorkehrungen treffen (Asthma-Spray bzw. Notfall-Set dabeihaben). Bei starken Asthmatikern ist es unbedingt erforderlich, vor einem Termin den behandelnden Arzt zu konsultieren.)
Ich nehme Medikamente zur Blutverdünnung (Marcumar, Aspirin, Heparin etc.)
(Ist dein Blut zu dünn bei der Tattoo-Sitzung, kann es sein, dass die Farben mit der Blutung direkt wieder ausgeschwemmt werden. Daher solltest Du vor einem Tattoo-Termin Deinen behandelnden Arzt konsultieren, ob aus seiner Sicht ein Tattoo für Dich unbedenklich ist und ob Du rechtzeitig vor dem Termin die blutverdünnenden Medikamente absetzen kannst.
Vorsicht: Auch vermeintlich harmlose Medikamente wie Aspirin oder andere Schmerzmittel sind blutverdünnend.)
Ich habe einen zu hohen Blutdruck.
(In der Regel geht zu hoher Blutdruck einher mit der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Dazu beachte bitte unsere Frage zu Blutverdünnern weiter Oben.)
Es bestehen Allergien
(Welche Allergien?
Ein Heuschnupfen ist in der Regel kein Problem bei einem Tattoo. Allerdings sind solche “Standard-Allergien“ u.U. Hinweise auf weitere Allergien. Daher muss hier darauf hingewiesen werden, dass es durch die Inhaltsstoffe von Tattoofarben, Desinfektionsmittel, Cremes, Verbandsmaterialien zu allergischen Reaktionen kommen kann.
Bei bekannten Allergien zu den o.g. Inhaltsstoffen (z.B. gegen Metalle wie Nickel) musst du deinen Artist unbedingt darüber informieren. Ggf. kann dieser für dich dann Farben, Handschuhe, Salben, etc. auswählen und bereithalten, die diese Inhaltsstoffe nicht enthalten bzw. Dir konkrete Mengenangaben an die Hand geben, damit Du Deinen behandelnden Arzt konsultieren kannst.
Bei einem bekannten, hohen Allergie-Risiko gegen andere Stoffe, die beim Tätowieren keine Anwendung finden, ist es trotzdem ratsam, das Notfall-Set dabei zu haben und den Artist über dessen Verwendung zu informieren.)
Es bestehen Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. gegen Latex, Medikamente)
(Welche Überempfindlichkeiten?
Über bekannte Überempfindlichkeiten solltest du deinen Artist so früh wie möglich Informieren. Evtl. hat er die Möglichkeit, auf alternative Hilfsmittel zurückzugreifen, die er dann ggf. für Dich besorgen kann.
Sollten nach Deinem Termin im Laufe der Wundheilung Überempfindlichkeiten auftreten, informiere uns bitte darüber. Wir können Dir weitere Pflegetipps geben und vermerken dies in Deiner Kundenakte, damit bei späteren Terminen darauf Rücksicht genommen werden kann.)
Ich habe eine Herzerkrankung, Herzrythmusstörung bzw. trage einen Herzschrittmacher
(Die Verbraucherzentrale rät in diesem Fall ganz von Tätowierungen/Piercings ab. Wir empfehlen, sich hierzu vom behandelnden Arzt beraten zu lassen und seiner Einschätzung und Empfehlung zu vertrauen.)
Ich habe Kreislaufprobleme und/oder neige zu Ohnmachtsanfällen
(Hierüber solltest Du in jedem Fall deinen Artist informieren, damit dieser Vorkehrungen treffen kann. Es hilft auch, wenn du für dich bewährte Hilfsmittel/Präparate beim Termin zur Hand hast und deinen Artist darüber in Kenntnis setzt.
Vorsicht NACH dem Tätowieren oder bei Pausen: Die Liege langsam verlassen. Erst aufsetzen, dann Beine runter, etwas warten und erst dann aufstehen. Auch hier gilt wieder: bei starken Kreislaufproblemen ist im Vorfeld ein Arzt zu konsultieren.)
Es bestehen Erkrankungen, die zu einem geschwächten Immunsystem führen
Beim Tätowieren wird die Haut über die gesamte Fläche des Motivs verletzt. Bei gestörtem Immunsystem kann es zu Komplikationen während des Heilprozesses kommen.
Daher solltet ihr bei Autoimmunerkrankungen, geschwächtem Immunsystem oder bekannten Wundheilstörungen, sowie der Einnahmen von Immunsuppressiva (z.B. nach Organtransplantationen), vor einem Termin mit uns unbedingt euren behandelnden Arzt konsultieren.
Ich leide an Wundheilstörung
(Siehe Hinweis zu geschwächtem Immunsystem)
Es besteht eine chronische Infektionskrankheit (z.B. AIDS, Hepatitis, MRSA)
(Grundsätzlich geht die Empfehlung (und zum Teil Vorschrift in anderen Ländern wie Österreich) dahin, dass sich Menschen mit chronischen und ansteckenden Infektionskrankheiten nicht Tätowieren oder Piercen lassen sollen/dürfen. In Deutschland gibt es hierzu derzeit keine gesetzlichen Vorschriften.
Es besteht jedoch ganz klar ein höheres Infektionsrisiko sowohl für den Artist, als auch evtl. nachfolgende Kunden. Bei aller Vorsicht und Einhaltung der Hygienevorschriften kann es vorkommen, dass sich der Artist versehentlich selbst sticht. Daher sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Daher ist es wichtig, dass Du uns vor einem Termin über evtl. Infektionskrankheiten informierst, damit geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können (doppelte Einweghandschuhe, spezielle Desinfektionsmittel, etc.). Zudem sollten wir Deine aktuellen Erregerwerte wissen und ob es Medikamente gibt, die für die Sitzung abgesetzt werden müssen und dürfen (Blutverdünner, Immunsuppression, …).
Bitte habe auch Verständnis dafür, wenn dich nicht jeder Artist tätowieren möchte, da für sie oder ihn das Individuelle Risiko zu hoch erscheint.)
Es bestehen andere schwerwiegende chronische Leiden (z.B. Epilepsie oder Lähmungen)
(Bei Epilepsie gibt es einige Dinge zu beachten, bevor ihr euch Tätowieren lassen könnt. Das Wichtigste vorweg: nicht jeder Artist kennt sich mit Epilepsie aus und weiß, wie er bei einem Anfall reagieren muss. Daher lehnen viele einen Termin für Kunden mit Epilepsie grundsätzlich ab.
Es hilft daher, sich vorher, z.B. von eurem Arzt, gut beraten zu lassen, die eigenen Auslöser zu kennen (Schmerz, Stress, schrille Geräusche, Licht, …) und klare Handlungsempfehlungen, oder noch besser eine kundige Begleitperson, für den Fall des (An)Falles dabei zu haben. All diese Dinge bei einer Terminvereinbarung zur Hand können helfen, die Bedenken des Artists zu zerstreuen.
Ihr solltet euch jedoch darüber im Klaren sein, dass ihr das Risiko für evtl. Schäden durch einen Anfall beim Termin (Ausrutschen der Nadel, Sturz von der Liege etc.) selbst tragt.
Bei Lähmungen und anderen chronischen Leiden solltest Du zunächst unbedingt die Hinweise zu Wundheilstörungen und blutverdünnenden Medikamenten beachten, denn oft geht dies mit Lähmungen einher.
Ansonsten gilt zu wissen: Eine Tätowierung ist durchaus mit einer großflächigen, leichten Schürfwunde zu vergleichen. Zwar hygienischer, aber vom Thema Heilungsprozess gleich. In wie weit Dein chronisches Leiden den Heilungsprozess beeinflusst und ggf. riskanter macht, wirst Du selbst am besten einschätzen können. Im Zweifelsfall bitte unbedingt vorab einen Arzt konsultieren.)
Ich neige zu starker Narbenbildung
(Bei Neigung zu Keloid-Narben verursachen bereits kleine Verletzungen tumorähnliche Narben. Je nach Grad der Erkrankung ist u.U. von Tattoos abzuraten. Hier solltest du wiederum im Vorfeld eines Termins deinen behandelnden Arzt konsultieren.)
Bei vorherigen Tattoos traten bei mir Probleme auf.
(Welche Probleme?)
Ich stehe unter gerichtlicher Betreuung.
(Wir benötigen dann die schriftliche Einwilligung deines gerichtlichen Betreuers, um den Eingriff durchführen zu können.)
Ich bin schwanger bzw. stille derzeit
Eine Schwangerschaft geht oft mit einer erhöhten Hautsensibilität einher. Und da das Tätowieren schmerzhaft ist, könnte dies frühzeitige Wehen auslösen. Außerdem ist das Infektionsrisiko, das bei aller Vorsicht insb. bei der Pflege nach dem Termin immer besteht, schlicht höher. Auch mögliche Allergien, die man ebenfalls nie ausschließen kann, hätten weitreichendere Folgen.
Daher ist von Tattoos während einer Schwangerschaft grundsätzlich abzuraten.
Hinzu kommt, dass das Immunsystem auch nach der Schwangerschaft noch empfindlicher reagiert und damit das Infektionsrisiko steigt. Daher raten wir auch während der gesamten Stillzeit davon ab, sich tätowieren zu lassen.